Zukunftsthema für Wesel

Jamaika: Stadtbuskonzept!

Die Fraktionen der Grünen, CDU und FDP wollen mit einem deutlich verbesserten Stadtbussystem mehr Bürgerinnen und Bürger zum Umsteigen bewegen. Eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe hat die ersten Vorschläge des Planungsbüros Rödel & Pachan und die Anregungen der Teilnehmer am Bürgerdialog am 28. Januar 23 ausgewertet.

Aus diesen Informationen und eigenen Erfahrungen wurden die folgenden Vorschläge entwickelt, die jetzt an die Planer weitergeleitet werden. Aufgabe der Planer wird auch eine Abschätzung der Fahrgastpotentiale auf den einzelnen Linien und eine Wirtschaftlichkeitsanalyse sein. Nach den Sommerferien werden erste Ergebnisse erwartet, so dass der Stadtrat Ende des Jahres eine Grundsatzentscheidung fällen kann.

Grüne, CDU und FDP sind entschlossen, bei diesem für Wesel wichtigen Zukunftsthema gemeinsam voranzugehen.

Radiale Linienführung mit Hauptbahnhof als zentraler Anlaufpunkt

Das Grundkonzept des Stadtbussystems mit radialen, zeitoptimierten Linienführungen und dem Hauptbahnhof als zentralem Anlaufpunkt wird von den drei Fraktionen begrüßt. Wir streben einen 30 Minutentakt und Zeitfenster von 5 bis 23 Uhr werktags und 7 bis 1 Uhr an Wochenenden an. Busfahren in Wesel wird durch die Stadtbuslinien attraktiver, schneller, zuverlässiger und komfortabler.

Die Bürgerinnen und Bürger kommen leichter mit dem Bus in die Innenstadt und die anderen Stadtteile. Die Anbindung an den regionalen Bus- und Zugverkehr wird optimiert. Eine zeitnahe Erweiterung der X-Buslinien insbesondere in Richtung Alpen, Rheinberg und Raesfeld als Ergänzung zum Stadtbuskonzept unterstützen wir ausdrücklich. Die Angebote von Stadtbus und Regionalbus werden harmonisiert und hierarchisiert. Es macht keinen Sinn, wenn der Stadtbus im Minutentakt hinter dem Regionalbus herfährt.

Für die radialen Stadtbuslinien und Regionallinien schlagen wir eine Linienführung über den Ring, also Schillstraße, Südring, Hansaring und Herzogenring, vor. Dafür werden zusätzliche Haltestellen zum Beispiel an der Ecke Schillstraße-Kreuzstraße notwendig sein. Eine Haltestelle an der Ostseite des Bahnhofs auf der Friedensstraße für Busse aus dem nördlichen und östlichen Bereich, könnte das Umsteigen auf die Bahn erleichtern.

Anbindungen an den Bahnhof Feldmark und eine Verbindung zwischen Büderich und Ginderich (Werrich, Perrich) sind dringend erforderlich.

Ringlinie als Ergänzung zu den radialen Linien

Wir schlagen eine Ergänzung der radialen Stadtbuslinien um eine Ringlinie mit dem Ziel vor, die nördlichen Stadtteile ohne Umweg über den Bahnhof miteinander zu verbinden.

Folgende Punkte sollten angefahren werden:

  • Ev. Krankenhaus mit Anschluss nach Schermbeck,
  • Rudolf-Diesel-Straße, Gewerbegebiet,
  • Brüner Landstraße mit Anschluss nach Raesfeld,
  • Bhf. Feldmark mit Anschluss nach Blumenkamp und Hamminkeln,

wünschenswert wäre die Einbindung von Flüren, Lackhausen und Feldstraße.

Esel- oder Wiesel-Linie erschließt die Innenstadt

Zur Erschließung der Innenstadt schlagen wir den Einsatz einer separaten Buslinie vor, die den Bahnhof u.a. mit dem Heubergpark, dem Rathaus, den Marktplätzen und dem Kaufhof verbindet. Diese Strecke bietet sich als Modellprojekt für autonomes Fahren an. Diese besondere Strecke könnte über einen Wettbewerb einen typischen Weseler Namen wie Esel- oder Wiesel-Linie bekommen. Die Taktung sollte möglichst dicht sein. Wünschenswert wäre eine Abfahrt alle 15 bis 20 Minuten.

Attraktivitätssteigerung

Damit der Stadtbus auch angenommen wird, empfehlen wir ein Bündel flankierender Maßnahmen. Dazu gehört kundenfreundliche Kommunikation zwischen den Busfahrern bei Verspätungen, damit Anschlussbusse evtl. kurz warten, und Vorrangschaltungen für Busse am Bahnhof und Kreuzungen auf dem Ring.
Intelligentes Parkraummanagement kann Raum für Busse und deren ungehindertes Passieren schaffen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Busse für Kurzstrecken in die Stadt genutzt werden.

Unsere Stadtbusse sollten selbstverständlich über elektrischen Antrieb und barrierefreien Einstieg verfügen und die Mitnahme von Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwagen ermöglichen.

Digitale Anzeigetafeln mit Echtzeitdaten an zentralen oder viel genutzten Haltestellen schaffen Vertrauen und zeigen den Kundinnen und Kunden Wertschätzung. Zusätzlich müssen die Echtzeitdaten über die Mobilität-Apps der Bahn und des VRRs abrufbar sein.

Wie regen an, ein Kundencenter einzurichten, bzw. eine Kooperation mit dem Service-Point der Bahn zu prüfen.

Marketing

Gelungenes Marketing, mit eigenem Stadtbus-Logo und einem identifikationsstiftenden Namen, z.B. Esel- oder Wiesel-Linie für die Innenstadtlinie müssen bei der Einführung mitgedacht werden. Wir sehen dabei Wesel Marketing in einer zentralen Rolle.

Kurzstrecken mit dem Bus müssen attraktiver und kostengünstiger werden als mit dem Auto, das bedeutet auch günstiger als Parkgebühren.
Zur Einführung und zu besonderen Anlässen, PPP-Tage, Karneval, verkaufsoffene Sonntage könnten Angebote geschaffen werden, die es ermöglichen den Stadtbus kostenlos zu nutzen.

Auch für Busfahrer*innen attraktiv

Der aktuell schon große Personalmangel an Busfahrer*innen wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken.

Daher muss unser Weseler Stadtbus auch für die Fahrerinnen und Fahrer ein attraktiver Arbeitsplatz sein. Es sind ausreichend Zeiten und Räume für Pausen zu planen und die Wertschätzung für ihre Arbeit zu fördern.

Jürgen Linz                                     Ulrich Gorris                        Michael Oelkers

Christoph Lohmann                        Malte Stienecker                 Hendrik Narius