Kein Schienenersatzverkehr für den ‚Bocholter‘ bei BETUWE-Sperrung

Dieselzug statt SEV für Bocholt, Hamminkeln und Wesel

Die Grünen in Wesel, Hamminkeln und Bocholt fordern den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die Vias Rail GmbH auf:

  • die Zugverbindung zwischen den Bahnhöfen Wesel und Bocholt bei Streckensperrungen der Betuwe-Linie aufrecht zu erhalten und
  • den (Ersatz-)Zug mindestens stündlich mit Rücksichtnahme auf die Anschlussverbindungen am Bahnhof Wesel verkehren zu lassen.

Der Streckenabschnitt zwischen Wesel, Hamminkeln und Bocholt ist von den Baumaßnahmen an der BETUWE-Linie nicht (direkt) betroffen, deswegen muss dort auch kein SEV fahren.
Durch den unabhängigen Betrieb der Strecke vor ihrer Elektrifizierung hat sich ein reger Pendelverkehr zwischen Wesel, Hamminkeln und Bocholt ohne Weiterfahrt Richtung Oberhausen oder Emmerich etabliert.
Schienenersatzverkehr für die Nutzer dieser Strecke muss vermieden werden!

Eine zusätzliche Erhöhung der Fahrtzeit für die Reisenden, die Richtung Düsseldorf oder Emmerich weiterreisen durch einen vermeidbaren Schienenersatzverkehr zwischen Bocholt, Hamminkeln und Wesel führt für die Betroffenen zu inakzeptablen Reisezeiten selbst in Optimalfall und muss vermieden werden.

Mehr Info:
Aktuell und in den kommenden Jahren wird an der Betwue-Linie zwischen Oberhausen, Wesel und Emmerich gebaut. Diese Baumaßnahme führt zu regelmäßigen, längerfristigen und vollständigen Streckensperrungen zwischen Oberhausen und Wesel sowie im weiteren Verlauf.
Aufgrund fehlender Alternativverbindungen und Ausweichstrecken ist zu diesen Zeiten auf den von den Baumaßnahmen betroffenen Abschnitten lediglich ein Schienenersatzverkehr mit Bussen möglich. Der Streckenabschnitt zwischen Wesel, Hamminkeln und Bocholt ist jedoch von den Baumaßnahmen nicht betroffen. Dennoch verkehrt auch auf diesem Abschnitt lediglich ein Ersatzbus.
Das Problem für den Weiterbetrieb sei, dass auf dem Streckenabschnitt während der Sperrungen kein Strom zum Betrieb der Züge zur Verfügung gestellt werden könne. Wie zynisch, angesichts dessen, dass die Strecke über Jahrzehnte mit Dieselloks betrieben und erst vor Kurzem, als die Baumaßnahmen an der Betuwe-Linie bereits in vollem Gange waren, elektrifiziert wurde.
Überall in Deutschland und in NRW verkehren noch Dieselloks, die nicht auf eine Stromversorgung angewiesen sind. Die Züge der Linie RE14 zwischen Essen, Dorsten und Borken sowie der Linie RB36 zwischen Oberhausen und Duisburg-Ruhrort, in unmittelbarer Nachbarschaft, seien nur beispielhaft genannt.
Deshalb muss es – auch ohne Stromversorgung – möglich sein, einen geeigneten Zug bereitzustellen und die Zugverbindung Wesel-Hamminkeln-Bocholt über die teilweise wochenlang anhaltenden Streckensperrungen aufrecht zu erhalten.
Dadurch, dass der Streckenabschnitt vor der Elektrifizierung ebenfalls isoliert betrieben wurde, besteht ein reger Pendelverkehr zwischen Wesel und Bocholt ohne Weiterfahrt Richtung Oberhausen oder Emmerich. Somit ist der Zugverkehr auf dem isolierten Streckenabschnitt allein bereits von großer regionaler Bedeutung.
Des Weiteren müssen Fahrgäste, die von Wesel Richtung Oberhausen oder Emmerich weiterreisen, durch die Streckensperrung und den unvermeidbaren Schienenersatzverkehr ohnehin eine erheblich höhere Fahrzeit und einen Umstieg in Wesel hinnehmen. Eine zusätzliche Erhöhung der Fahrtzeit durch einen weiteren Schienenersatzverkehr zwischen Bocholt und Wesel führt für die Betroffenen zu inakzeptablen Reisezeiten selbst in Optimalfall und muss daher nach Möglichkeit vermieden werden.