Nebelduschen in versiegelte Bereiche!

Anschaffung und Installation von Nebelduschen  

KI generiert

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Benien,

Bündnis 90/Die Grünen beantragen, den folgenden Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Rates der Stadt Wesel aufzunehmen:

Ermächtigung der Verwaltung, die Anschaffung und Installation von Nebelduschen zu beauftragen.

1. Antrag

Der Rat der Stadt Wesel möge beschließen, die Verwaltung mit der Anschaffung und Installation von Nebelduschen (Sprühnebelanlagen/Cooling Stationen) an stark frequentierten, versiegelten Plätzen – zunächst im Innenstadtbereich der Stadt – zu beauftragen. Die Finanzierung soll im Rahmen des städtischen Haushalts sowie über die entsprechenden Förderzugänge des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert werden.

2. Begründung

Notwendigkeit der Klimafolgenanpassung in Wesel

Wie im städtischen Leitfaden zur Klimafolgenanpassung der Stadt Wesel dargelegt, nehmen Hitzeperioden und extreme Sommer am Niederrhein spürbar zu. Besonders die stark versiegelten Kernbereiche der Innenstadt entwickeln sich an Sommertagen zu sogenannten urbanen Hitzeinseln. Das Klimaschutzmanagement Wesel hat bereits mit der Veröffentlichung einer Karte für „Kühle Orte in Wesel“ reagiert – diese kühlen Oasen müssen nun aktiv durch technische Maßnahmen ausgebaut werden.

Folgende Aspekte sind dabei besonders zu beachten:

Gesundheitsschutz und Aufenthaltsqualität

  • Schutz vulnerabler Gruppen: Extremhitze belastet Ältere, chronisch Kranke und Kinder in Wesel akut. Nebelduschen bieten eine hocheffektive Sofortabkühlung. Diese Maßnahme wurde bereits in vielen Städten als sinnvoll erachtet und zur Umsetzung vorgeschlagen und umgesetzt.
  • Gefühlte Abkühlung: Durch das Prinzip der Verdunstungskälte senken die feinen Wassertröpfchen die gefühlte Umgebungstemperatur lokal um mehrere Grad Celsius.
  • Belebung der Innenstadt: Die Verweildauer in den Einkaufsbereichen wird auch an heißen Tagen stabilisiert, wovon der lokale Einzelhandel direkt profitieren wird.

Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

  • Geringer Verbrauch: Im Gegensatz zu klassischen Springbrunnen verbrauchen Nebelduschen durch ihre feinen Hochdruckdüsen nur minimale Mengen Wasser.
  • Smarte Steuerung: Die Kopplung mit Temperatursensoren oder manuellen Tastern garantiert, dass Wasser nur bei tatsächlichem Bedarf versprüht wird.     

3. Vorgeschlagene Standorte in Wesel

    Für eine maximale Wirkung wird eine Installation an folgenden hochfrequentierten und stark     

    wärmebelasteten Hotspots vorgeschlagen:

  • Berliner Tor / Berliner-Tor-Platz: Zentraler Verweil- und Knotenpunkt mit hoher Pflasterversiegelung.
  • Fußgängerzone (Hohe Straße / Brückstraße): Zur Entlastung der Passanten während der Haupteinkaufszeiten.
  • Großer Markt (vor dem Willibrordi-Dom): Stark frequentierter, offener Platz ohne nennenswerten natürlichen Schatten.
  • Bahnhofsvorplatz: Wichtiger Umsteigepunkt im ÖPNV mit hoher Hitzebelastung für Pendler.

4. Finanzierung und Förderung

Die Maßnahme gliedert sich perfekt in die regionale Strategie der Evolving Regions Roadmap für einen klimarobusten Kreis Wesel ein [EVOLVING_REGIONS].

Zur Deckung der Investitionskosten soll die Verwaltung die Inanspruchnahme von Landesmitteln prüfen. Hierfür bietet sich insbesondere das aktuelle Landesprogramm Klimaanpassung.Kommunen.NRW des LANUK an, welches niedrigschwellige Klimaanpassungsmaßnahmen sowie öffentliche Trinkwasser- und Abkühlungsangebote explizit fördert [LANUK_NRW].

Die regelmäßige Wartung und die Gewährleistung der strengen Trinkwasserhygiene (Vermeidung von Legionellen) können durch die städtischen Betriebe oder lokale Fachunternehmen sichergestellt werden.

5. Fazit

Die Maßnahme ist ein investitionsarmer, aber hochwirksamer Schritt zur Klimafolgenanpassung. Sie schützt die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort und wertet das Stadtbild modern auf. Außerdem beweist die Stadt Wesel damit ihre Handlungsfähigkeit bei der Bewältigung der spürbaren Klimafolgen direkt im urbanen Alltag der Menschen.

Mit freundlichem Gruß 

Marie-Luise Hillefeld, Ratsmitglied

Paul-Georg Fritz , Fraktionssprecher